Donnerstag, 26. Februar 2009
"Willkommen bei den Sch’tis"
"Willkommen bei den Sch’tis" (Bienvenue chez les Ch’tis). Dany Boon, Fr. 2008. ****

20 Millionen Franzosen können nicht irren. So viele besuchten nämlich "Willkommen bei den Sch’tis", der damit den bisherigen Zuschauerrekord von Louis de Funès' "Die große Sause" um 3 Millionen übertraf.

Den Vorspann fand ich reichlich albern und klamaukhaft, dennoch passte an einem dunklen Jännerwochenende vermeintlich leichte Unterhaltung. Doch siehe da: Es war gar nicht seicht, sondern durchaus vergnüglich und in manchen Momenten sogar menschlich berührend - wie eine gute Komödie halt sein muss.

Thema ist die vorurteilsbeladene Phobie der Südfranzosen gegenüber dem Norden: Postfilialleiter Philippe wird von der Provence, wo er mit seiner unzufriedenen Frau Julie und seinem Sohn Raphael lebt, nach Bergues im äußersten Norden Frankreichs strafversetzt. Die Region Nord-Pas-de-Calais gilt bei den Südfranzosen als kalt und unwirtlich, die Bewohner als eher rustikal und etwas beschränkt, und das dort gesprochene "Ch'ti" ist schwer verständlich (Für die deutsche Fassung des Films wurde übrigens ein fiktiver deutscher Dialekt entwickelt, der die Eigenheiten des Original-Idioms möglichst exakt wiedergeben sollte). Doch alle Klischees erweisen sich als unrichtig, Philippe lebt sich nicht nur ein, sondern verwurzelt sich geradezu. Dass er seiner im Süden gebliebenen Frau Mitleid heischend eine Zeitlang das Opferlamm vorspielt, sorgt für komische Momente. Schließlich erliegt aber auch Julie dem spröden Charme von Nord-Pas-de-Calais...

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"Milk"
"Milk". Gus Van Sant. USA 2008 **1/2

Du brauchst eine neue Umgebung, sagt der junge Lover Scott zu dem in New York lebenden, noch ungeoutetem Bürohengst Harvey Milk. Und setzt den späteren ersten deklariert schwulen Volksvertreter Amerikas auf ein Geleise, das angetrieben von einer politisch korrekten Mission schnurstracks in den Märtyrertod führt. Schade, dass Regisseur Gus Van Sant - von dem man Weißgott schon Subtileres ("Drugstore Cowboy", "Elephant", "My Private Idaho") gesehen hat, die zwangsläufige Brüchigkeit einer politischen Existenz, das Zaudern und Zweifeln, in die Nebenfigur Scott verlagert - er verlässt Harvey aus Frust über die Kandidatur-Mühle, in die sich dieser begeben hatte. Psychologisch interessanter ist allemal Dan White, der irischstämmig-konservative, unbeholfene, erfolglose Stadtrat-Kollege von Harvey im liberalen San Francisco der Mitt70er Jahre, der den charismatischen Schwulen schließlich für sein Scheitern mit Tod durch Erschießen bestraft.

Sean Penn spielt den Milk der frommen Denkungsart, der auf einem "Umweg" zeigt, was für ein tolles Land Amerika letztendlich doch ist, mit aller Virtuosität, die in seiner eindimensionalen Rolle möglich ist. Und doch hätte ich den Oscar nur aufgrund des dreiminütigen Vorspanns von "The Wrestler" lieber Mickey Rourke verliehen.

Was ich in der "Nachbesprechung" zu fragen vergaß, Doris: Wie hast du das Schwulenviertel Castro bei deinem US-Besuch im Vorjahr erlebt?

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"Man on Wire"
"Man on Wire". James Marsh, GB/USA 2008. ***1/2

Ein "leichter", formal spielerischer Dokumentarfilm zu einem luftig leichten Thema: Erzählt wird die Geschichte des französischen Akrobaten Philippe Petit, der mit seinen Komplizen in der Nacht zum 7. August 1974 ein 60 Meter langes Drahtseil zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers spannte - und dabei auf wundersame Weise unentdeckt bleib. Am nächsten Tag balancierte er eine Dreiviertelstunde in mehr als 400 Metern Höhe, sein von keiner Behörde genehmigter und von der Polizei nicht zu stoppender Coup war gelungen.

"Man On Wire" ist eigentlich ein ganz und gar antidokumentarischer Film: nachgestellte Sequenzen, dramatisierende Musik und eine vom fiktionalen Kino übernommene Struktur und Dramaturgie. Das alles verwebt Regisseur James Marsh mit Interviews und Originalaufnahmen zu einem spannenden Doku-Krimi, der trotz aller "Regelbrüche" bestens unterhält und darüber staunen lässt, was Menschen alles zuwege bringen, wenn sie konsequent ihren Träumen folgen.

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"Frost/Nixon"
"Frost/Nixon". Ron Howard, USA 2008. ****1/2

Ein packendes Duell zwischen dem mit allen Wassern gewaschenen Watergate-Präsidenten Richard Nixon und der smarten Talkshow-Größe David Frost hat Hollywood-Veteran Ron Howard da nach einem formidablen Buch/Stück von Peter Morgan in Szene gesetzt! Wie bei "Die Queen" baut Morgan seine Fiktion auf Historischem auf - in diesem Fall auf dem tatsächlich geführten Serien-Interview des damaligen TV-Stars Frost mit "tricky Dick" Nixon.

Howard zeichnet den britischen Talkmaster als politisch unerfahrenen, auf massentaugliches Entertainment ausgerichteten Sonnyboy, der dem rhetorisch versierten Strategen, der wegen als erster und bisher einziger US-Präsident sein Amt niederlegen musste, aufs erste in keiner Weise gewachsen ist. Ganz so ein oberflächlicher Playboy, wie Howard ihn zeichnet, war Frost aber nicht: Immerhin hatte er schon in den 1960ern eine politische Talkshow, interviewte alle britischen Premierminister seit 1964 und alle US-Präsidenten seit 1969, aber auch z. B. den Schah von Persien (in dessen letztem Interview), oder Golda Meir. Weltweit bekanntwurde Frost allerdings 1977 durch seine Nixon-Interviews, die in einer Serie von 12 Tagen mit insgesamt 28 Stunden Länge entstanden (und deren vollständige Version 2008 auf DVD erschien). Die Erwartungen, dass Frost dem auf "elder statesman" machenden Nixon Substanzielles oder gar Entlarvendes entlocken könnte, waren bei den TV-Anstalten so gering, dass Frost die Gespräche mit hohem finanziellen Eigenrisiko einging. Doch das Unerwartete geschah: Beim konfrontativen letzten Interview über Watergate äußerte Nixon die verstörende Ansicht, dass der Präsident über dem Gesetz stehe. Schließlich brachte ihn Frost dazu einzugestehen, die Interessen der US-amerikanischen Bevölkerung verraten zu haben.
Ganz nachvollziehbar wird der Schwenk Nixons nicht. Entsteht, wenn man ein heikles Thema lang genug umkreist, bei einem sich schuldig Fühlenden eine Dynamik des Einbekenntnisses? Drängt es einen Machtmissbraucher oder anderweitiger Vergehen Schuldigen, durch einen öffentlichen Bussakt mit sich ins Reine zu kommen? Wenn ja, wäre dann das Verscheinden des christlichen Bußsakramentes nicht ein ungeahnter Verlust auch für gesellschaftlich relevante Psychohygiene? Und würde erklären, dass immer mehr Menschen in Talk-Shows Selbstentblößung betreiben?

"Frost/Nixon" wirft Fragen auf und ist schon deshalb unbedingt sehenswert, nicht nur für politisch Versierte.

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Mittwoch, 21. Januar 2009
"Let's make money"
"Let's make money". Erwin Wagenhofer, Ö. 2008. ****

Erwin Wagenhofer hat offenbar Sinn für den "kairos": Seinen Dokumentarfilm "Let’s make money" just zu dem Zeitpunkt auf den Markt zu bringen, als alle Welt über die Perversionen globaler Geldströme spricht, macht ihn fast zu deren Profiteur. Wagenhofer illustriert im Patchworkstil (gedreht wurde u.a. in Indien, Singapur, im Steuerparadies Jersey, in Spanien, Deutschland und Österreich) das selbst für interessierte Menschen nicht mehr zu überblickende Gewimmel aus Offshoremarkets, Cross-Border-Leasings und Private Equity Fonds. Die Botschaft ist einfach und einleuchtend: Der Westen vermehrt seinen Reichtum auf Kosten der "Dritten Welt", die neoliberalen Profiteure privatisieren die Gewinne und sozialisieren ihre Verluste. Sowas weiß man an sich als aufgeklärter, politisch korrekt denkender Linkskatholik wie ich, aber es in dieser bildlichen Intensität vor Augen geführt zu bekommen, bewegt und macht wütend.

Als ich mit meinem an der TU studierenden ältesten Sohn aus dem Kino ging, machte ich meiner Ohnmacht angesichts der Übermacht des Kapitalismus Luft mit dem Appell: Wenn du fertigstudiert hast, geh in die Wirtschaft und zeig, dass es auch anders geht als diesen Wahnsinn mitzumachen.

Und zugleich dachte ich an Möglichkeiten, meine nun so mies verzinsten Ersparnisse in Aktioen anzulegen. Denn, wie formuliert es Mark Moebius, Präsident Templeton Emerging Markets, in Wagenhofers Film so anschaulich: "Die beste Zeit zu kaufen ist, wenn das Blut auf den Straßen klebt... Denn wenn es Krieg, Revolution, politische Probleme und Wirtschaftsprobleme gibt, dann fallen die Preise von Aktien und jene Leute, die an diesem Tiefpunkt kauften, haben jede Menge Geld gemacht."

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Montag, 19. Januar 2009
"Interview"
"Interview". Steve Buscemi, Kan./NL. 2007. ***1/2

Steve Buscemi, nicht erst seit "Fargo" und "The Big Lebowski" ("Shut the fuck up, Donny!") als eines der prägendsten Gesichter des US-Independentkinos, tritt in seinem Remake des Theo van Gogh-Kammerspiele "Interview" nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Regisseur in Erscheinung. Er gibt Pierre Peders, einen unter seiner Würde zu einem Starlett beorderten Journalisten, der sich eigentlich als anspruchsvollen Politberichterstatter sieht. Katya (Sienna Miller) kommt zu spät und ist oberflächlich, Pierre unvorbereitet und mies gelaunt; kein Wunder, dass das Gespräch ein schnelles, unfreundliches Ende findet. Doch nach einem Fast-Verkehrsunfall landen die beiden in Katyas Loft, wo sich zwischen ihnen ein verbales und alkoholschwangeres Katz- und Mausspiel entwickelt, ein Kleinkrieg und Flirt gleichermaßen.

Wer hier wen benutzt und welche Rolle spielt, ist nie ganz klar beziehungsweise ändert sich mehrmals. Die geistreich-witzigen Dialoge bewegen sich raffiniert im Spannungsfeld von Voyeurismus und Exhibitionismus, Erniedrigung und Intimität sowie Schein und Sein. Klatschblatt-Liebling Sienna Miller ist ihrem Regisseur und Kollegen dabei durchaus ebenbürtig und beeindruckt nicht nur optisch.

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Mittwoch, 14. Januar 2009
"Happy-Go-Lucky"
"Happy-Go-Lucky". Mike Leigh. GB 2008 ****

Mike Leigh sagt von sich selbst, dass er seine Filme während des Drehs "entdeckt": Lange vor Drehbeginn lässt er seine Schauspieler improvisieren und die Charaktere entwickeln. Während der Proben entstand auch das Skript für "Happy-Go-Lucky", wo die grandiose Sally Hawkins als Volksschullehrerin Pauline, von allen nur "Poppy" genannt, auf unverschämt witzige und optimistische Art vorspielt - nein: vorlebt! - was "happy-go-lucky" bedeutet: nämlich unbeschwert, sorglos, leichtlebig.

Ob singend, tanzend oder fröhlich winkend durch die Straßen Londons radelnd: Poppy führt ein unbeschwertes Leben voller Freude, ist stets zu allen Menschen freundlich und liebt das Herumalbern mit Freunden. Von Niemandem lässt sie sich ihre gute Laune verderben; selbst dann nicht, als sie aus einer Kinderbuchhandlung kommt und ihr Fahrrad plötzlich verschwunden ist. Am Abend vergnügt sich Poppy mit ihrer Schwester Suzy und Mitbewohnerin Zoe in einem Club, statt sich ein neues Fahrrad zu kaufen will sie Fahrstunden nehmen und gerät an den griesgrämigen Fahrlehrer Scott. In der Schule beobachtet Poppy, wie ein Mitschüler einen anderen schlägt, ein Spezialist - der Sozialarbeiter Tim - wird konsultiert. Es stellt sich heraus, dass der tätlich gewordene Junge selbst vom Freund seiner Mutter misshandelt wird. Zwischen Poppy und Tim entwickelt sich ein Flirt, der Kontakt zu Fahrlehrer Scott wird dagegen immer mühsamer...

Das ist eigentlich keine sonderlich konsistente Handlung, aber durch die Präsenz von Sally Hawkins dennoch ein filmisches Ereignis. Hawkins gewann übrigens für ihre Darstellung den Silbernen Bären, wurde für den Europäischen Filmpreis 2008 nominiert und gewann jetzt den Golden Globe Award als beste Komödiendarstellerin.

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"Waltz with Bashir"
"Waltz with Bashir". Ari Folman. Isr., Fr., D. 2008. ****

Ein Nachtrag zu meinem persönlichen Filmjahr 2008 (siehe kulturo.blogger.de) aus zwei aktuellen Anlässen: Der erste ist, dass Ari Folmans formal und inhaltlich bemerkenswerte Dokumentation - die erste animierte überhaupt, wie es heißt - bei der jüngsten Golden-Globe-Verleihung als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde. Der zweite Anlass ist der Krieg im Gaza-Streifen. Könnten sich die israelischen PolitikerInnen nicht zumindest EINE Scheibe von Folmans Nachdenklichkeit, seiner entmythologisierten Sicht auf die Banalität des Krieges und zugleich die darin zwangsläufig eingebetteten Gräuel seine implizite Anteilnahme mit den Opfgern des Massakers von Sabra und Schatila im libanesischen Bürgerkrieg des Jahres 1982 abschneiden?

Ausgangspunkt ist der immer wiederkehrende Albtraum des Ich-Erzählers (Folman war 1982 als israelischer Soldat im Libanon stationiert)
mit einer großen Meute zähnefletschender Hunde, den dieser einem Freund schildert und damit auf Spurensuche nach längst verschütteten Erinnerungen geht. Befragungen von anderen Kriegsteilnehmern erschließen dem nunmehrigen Regisseur nach und nach das reale Geschehen. Der Film endet mit einem erschütternden Übergang von Zeichentrickszenen der verzweifelten, weinenden Hinterbliebenen zu Original-Filmaufnahmen, wobei auch schreckliche Doku-Bilder der Ermordeten des Massakers dem Zuschauer nicht vorenthalten werden. Auch ich habe erst am Schluss die schockierende Wirklichkeit des damaligen Geschehens realisiert...

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Donnerstag, 18. Dezember 2008
"So viele Jahre liebe ich dich"
"So viele Jahre liebe ich dich" (Il Y A Longtemps Que Je T'aime). Philippe Claudel, Fr. 2008. ****

Ich gestehe, bei diesem Film bin ich so was von nicht objektiv: Kristin Scott Thomas ist nämlich eine jener Schaupielerinnen, deren Karriere (1992 Polanskis "Bitter Moon", 1994 "Vier Hochzeiten und ein Todesfall", 1996 "Der englische Patient", 1998 "Der Pferdeflüsterer", 2001 "Gosford Park") ich seit langem quasi mit leuchtenden Augen verfolge, eine, die ich nicht von der Bettka...

Aber mangelnde Objektivität ist in diesem Fall egal, denn auch die Kritik lag der 48-jährigen aus Cornwall zu Füßen: Für ihre Darstellung einer Kindsmörderin in Philippe Claudels französischsprachigen Drama (Kristin ging im Alter von 19 Jahren als Au pair nach Paris, absolvierte dort eine Schauspielausbildung und spricht offenbar immer noch exzellent Französisch, und in dem Film singt sie sogar *schmacht*) erhielt sie den Europäischen Filmpreis 2008 als Beste Darstellerin und ist für den diesjährigen Golden Globe nominiert.

Der Plott: 15 Jahre lang hatte die wegen Mordes an ihrem achtjährigen Sohn verurteilte Juliette keinerlei Kontakt zu ihrer Familie. Nach der Entlassung aus dem Gefängnis trifft sie ihre jüngere Schwester Léa wieder. Léa führt mit ihrem Mann Luc und ihren beiden Töchtern ein glückliches Familienleben, in das sie die verschlossene Juliette warmherzig aufnimmt. Gemeinsam überwinden die beiden entfremdeten Schwestern die Geheimnisse der Vergangenheit und bauen das verlorene Vertrauen Stück für Stück wieder auf.

All das hat Längen (115 min) und wirft hinsichtlich des Mordes Fragen auf, die unbeantwortet bleiben (Warum sah Juliette als Ärztin keine andere Möglichkeit als die Todesspritze, um mit der Krankheit ihres todgeweihten Sohnes umzugehen?). Dennoch ist der Film insgesamt glaubwürdig und sehenswert in seiner subtilen Zeichnung einer ungewöhnlichen Schwesternbeziehung.

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WALL-E – Der Letzte räumt die Erde auf
WALL-E – Der Letzte räumt die Erde auf (WALL-E). Andrew Stanton, USA 2008. ****

In einer fernen Zukunft haben die Menschen die Erde verlassen, die durch Umweltverschmutzung und Müllberge unbewohnbar wurde. Roboter des Typs WALL-E wurden zurückgelassen, um aufzuräumen. Im Jahre 2815, nach 700 Jahren des Müllsammelns ist nur mehr einer übrig. Der Roboter hat über die Jahrhunderte eine Evolution durchlaufen und ein eigenes Bewusstsein entwickelt; dies geht so weit, dass er Ersatzteile für sich selbst sucht. Eine Kopie des Filmes "Hello, Dolly!" lehrt WALL-E, dass es die Bestimmung aller hochentwickelten Lebewesen ist, Kontakte zu knüpfen und sich zu verlieben. Aber in wen bloß?

Da landet ein Raumschiff auf der Erde, der Roboter EVE (Extraterrestrial Vegetation Evaluator) inspiziert die Erde. Er findet eine kleine Pflanze, die sich in der Obhut von WALL-E befindet, und lässt sich damit zum riesigen Raumschiff Axiom evakuieren, dessen menschliche Passagiere sich nach 700 Jahren Automatisierung und geringer Gravitation zu fettleibigen, degenerierten Lebewesen entwickelt haben. Zunächst unbemerkter blinder Passagier ist WALL-E, der sich in EVE verliebt hat.

Es entwickelt sich ein Machtkampf zwischen dem Schiffscomputer der Axiom, Otto (im englischen Original AUTO, eine Art HAL 9000 aus Kubricks "2001: A Space Odyssee") und dem menschlichen Kapitän, der sich der alten Heimat Erde entsinnt. Ihm zur Seite stehen WALL-E und EVE und sorgen für ein globales und individuelles Happy End.

Dass diese extreme Vermenschlichung von Maschinen nicht zum puren Kitsch missrät, sondern wirklich beste und familientaugliche Unterhaltung mit Tiefsinn wird, garantieren Regisseur Andrew Stanton (Oscar für "Findet Nemo", davor u.a. "Toy Story" und "Monster AG") und Produzent John Lasseter von der Animationsfilm-Größe Pixar. Diesmal gelang es, Hauptdarsteller zu kreieren, die ohne Mund und Nase und nur mit den Augen glaubhaft Emotionen vermitteln.

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