Dienstag, 23. Oktober 2007
Adventmails 2005
Liebe FreundInnen!

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch ein virtueller Adventkalender von mir. Ihr erinnert euch, sofern ihr schon in den letzten Jahren von mir bedacht worden seid: 2002 gab’s täglich Buchanfänge, 2003 „letzte Worte“ in Büchern, im Vorjahr sammelte ich mit eurer Hilfe knapp beschreibbare Glücksmomente. Heuer habe ich „warten“ als Leitmotiv gewählt – was ja gut zum Advent passt. Ich habe im Internet Spuren des Wartens in unterschiedlichsten Zusammenhängen verfolgt, habe frei assoziiert und möglichst auch um die Ecke gedacht. Das Ergebnis werdet ihr in den kommenden 24 Tagen täglich in eurer Mailbox vorfinden und hoffentlich ähnlich viel Spaß daran haben wie ich beim Zusammenstellen.

Habt eine möglichst geruhsame Vorweihnachtszeit mit reichlich Muße-Inseln für Dinge, die euch Freude machen!

Alles Liebe,
Robert

1. Dezember

Die Spielregeln des Wartens

Wir warten auf das, was wir schätzen. Je länger die Warteschlange, umso wertvoller ist das Produkt.
Wir schätzen das, worauf wir warten müssen. Wartezeit erhöht den Wert.
Der Mächtigere bestimmt, wer wie lange wartet. Komme bei ihnen nie zu spät.
Je länger man auf dich wartet, umso höher ist dein Status. Denn Warten bedeutet auch Respekt.
Geld verschafft einen Platz vorne in der Warteschlange.
Wenn man sich in eine Warteschlange drängelt, sollte man es hinten tun. Dort wird es noch am ehesten akzeptiert.

(nach Robert Levine, Autor des – sehr empfehlenswerten! – Buches „Eine Landkarte der Zeit“)


2. Dezember

Die Domain warte.de steht zum Verkauf, ebenso wie…
warten.biz
Wirwarten.de
Wartensienicht.de
Wirerwartensie.de
warten-sie-nicht.de
wirerwartenihrenbesuch.de

Leider vergeben ist inzwischen warten.de, wo sich lange Zeit eine spartanisch gestaltete website mit einem blinkenden Pfeilchen und dem Wort „waiting“ daneben fand.

siehe www.sedo.de/search


3. Dezember

Samuel Beckett, "Warten auf Godot"

Der Titel lässt vermuten, dass Godot eine abgeleitete Form des englischen Wortes "God" (Gott) ist. Godot ist die "Verkleinerungsform", die im Französischen ähnlich wie Pierrot von Pierre abgeleitet wird. Wenn das Warten auf Godot ein Warten auf Gott ist, der die beiden Protagonisten Wladimir und Estragon erlösen soll, ergibt sich eine denkbare Erklärung: Die Menschen streben auf einen Gott hin, der sie erlöst.

Es besteht eine starke Unsicherheit durch das ganze Stück hindurch, die zwei Landstreicher warten auf Godot, obwohl sie gar nicht mehr genau wissen, ob sie tatsächlich mit ihm verabredet sind. Estragon erinnert sich nicht mehr, Wladimir weiß nicht mehr, was sie ihn genau gefragt haben: "... Eigentlich nichts Bestimmtes ... Eine Art Gesuch ... Eine vage Bitte ..." und Godot hat ihnen versprochen: "... Er würde mal sehen ...Er müsse überlegen..."

Wiederkehrende Motive sind die andauernde Ungewissheit in der Verabredung mit Godot, die Irrationalität dieser Person an sich und die sich steigernde Hoffnungslosigkeit. Nur weil sie an den Versuchen scheitern, sich umzubringen, verbleiben sie wartend. Die beiden führen einen unaufhörlichen Dialog mit dem Ziel sich abzulenken, Estragon: "Das tun wir, um nicht zu denken".

PS: Eine Ergänzung zum gestrigen Mail: www.zeitverein.com (Danke, Petra!)


4. Dezember

„Wie sprichst du sie/ihn an?
Was tun bei Schüchternheit?
Wie nimmst du Signale wahr?
Viel sagen ohne Worte - wie geht das?
Wie schaffst du eine Atmosphäre, in der sich beide wohl fühlen?“

Hier findest du die Antworten:
www.flirten-statt-warten.de


5. Dezember

Berliner Student bietet Anstehservice an

Mit dem Slogan: "Ich stehe für Sie an - Sie haben Zugang ohne Warten", wirbt Martin Schwedusch beim Auktionshaus Ebay für seinen Anstehservice zur MoMA-Ausstellung. Zum Preis von zehn Euro pro Stunde stellt sich der Student geduldig in die meterlange Schlange vor der Neuen Nationalgalerie. "Inzwischen muss man mit vier bis sechs Stunden Mindestanstehdauer rechnen", meint der Wartespezialist. Sein Rekord liege jedoch bei neun Stunden. Die Nachfrage seiner Dienste ist enorm; der clevere Geschäftsmann hat sogar schon eine Kollegin, die sich die Aufträge mit ihm teilt. "Ich selbst kann mich nämlich immer nur für eine Gruppe von bis zu fünf Personen anstellen. Ansonsten würde ich wohl Ärger mir den anderen Besuchern bekommen", so Schwedusch. "Hektisch wird es erst im Eingangsbereich." Er hält die Geduld und Disziplin, die in der Schlange herrschen, für bemerkenswert. Zum Zeitvertreib hat der Profi Hörbücher und einen Audiokurs für Chinesisch griffbereit.
(Aus: Berliner Morgenpost, Freitag, 3. September 2004)


6. Dezember

It’s been a long time, now I’m coming back home,
I’ve been away now, oh how I’ve been alone,
Wait till I come back to your side,
We’ll forget the tears we cried.

(Beatles, “Wait”, LP “Rubber Soul”)


7. Dezember

Heute zwei Bilder...

“… warten auf … die Kunst..”
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/1588019

„Warten auf den großen Fang……..“
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/1926/display/1940644


8. Dezember

Fegefeuer

Das Fegefeuer (lat.: purgatorium) ist nach der römisch-katholischen Lehre ein Ort der Läuterung, in dem die Seele eines Verstorbenen auf das ewige Leben im Himmel vorbereitet wird. Im Fegefeuer besteht die Qual darin, dass der Verstorbene zwar schon die vollkommene Gegenwart und Liebe Gottes spürt, sich aber auf Grund seiner Sünden dieser Liebe nicht würdig fühlt. Der Mensch wird so von seiner letzten Schuld durch seine Reue geläutert. Die so genannten armen Seelen sind im Fegefeuer also nicht endgültig festgehalten, sondern sie haben immer die Gewissheit, daraus entlassen zu werden. Die Wurzeln zu dieser Idee reichen bis ins frühe Christentum.

In der neueren Theologie wird der Gedanke des Fegefeuers als eines Ortes mit "zeitlichen Strafen" abgelehnt. Stattdessen sprechen die Theologen von einem Reinigungsgeschehen. Fegefeuer sei ein Bild der Hoffnung des Gläubigen auf eine Läuterung und Reinigung durch Gott. Mit Mutmaßungen über zeitliche und räumliche Dimensionen dieses Geschehens hält man sich heute zurück. Weiterhin wird jedoch daran festgehalten, dass die Lebenden den Verstorbenen durch Gebet, Feier der Messe und Taten der Nächstenliebe zu Hilfe kommen können.

In der Kunst wurde der Zustand des Menschen im Fegefeuers immer mit preisenden Gestiken dargestellt, während in Höllendarstellungen der Mensch nur leidet. Die berühmteste literarische Darstellung des Fegefeuers findet sich in der Göttlichen Komödie von Dante.

Es gibt immer wieder auch säkulare Versionen des Fegefeuer-Themas, etwa in der Film-Komödie "Und täglich grüßt das Murmeltier": Ein zynischer, selbstsüchtiger Reporter (Bill Murray) gerät in eine "Zeitfalle", aus der er erst befreit wird, als er gelernt hat, Gutes zu tun und andere Menschen zu lieben.


9. Dezember

Was zu tun ist, wenn man sich einem Stau nähert:
Fahrgeschwindigkeit rechtzeitig reduzieren
Plötzliches Abbremsen vermeiden
Warnblinkanlage aktivieren, um nachkommende Lenker zu warnen

Wenn man bereits im Stau steht:
Pannenstreifen immer freihalten. Im Ernstfall müssen Einsatzfahrzeuge vorbeifahren können
Niemals wenden oder rückwärts fahren
Bei längerem Verkehrsstillstand: Motor abstellen
Ruhe bewahren, Kinder und Tiere beschäftigen
Nach Möglichkeit immer im Auto bleiben und nicht Arme oder Kopf aus dem Fenster strecken
Wenn man trotzdem aussteigen müssen: Warnweste überziehen und vor Öffnen der Türe immer Blick in den Spiegel

Wenn es wieder weiter geht:
Auf keinen Fall versuchen, durch den Stau verlorene Zeit wieder aufzuholen.
Sondern: Immer gleichmäßig und vorausschauend fahren


(aus: ÖAMTC-Tipps: Richtiges Verhalten im Stau)


10. Dezember

Etymologie von „warten“

„Warten“ kommt vom althochdeutschen und mittelhochdeutschen „warten“ (ausschauen, erwarten), die germanische Wurzel hat auch die Bedeutung „bewachen“, „auf etwas achten“ und kommt zB. im französischen Lehnwort „guarder“ (bewachen) oder im italienischen „guardare“ (schauen, behüten) vor.

„Grundbedeutung ist somit ‚sehen’, woraus sich im Deutschen ‚auf jemanden hinsehen, den man erwartet’ entwickelt hatte.“ (Kluge, Etymologisches Wörterbuch)

Verwandt sind die Nomina „Wart“ und „Wärter“.


11. Dezember

Die 4D des BG/BORG Graz-Liebenau plante heuer im technischen Werkunterricht Wartehäuschen für den öffentlichen Verkehr und baute Modelle im Maßstab 1:20.

Sieben Beispiele sind im Internet zu sehen: http://www.hib-liebenau.at/g_wh05.htm


12. Dezember

Warum heute drei Adventmails auf einmal?
Vielleicht weil der Absender die letzten drei Tage zum Schifahren auf der Reiteralm nutzte?
Oder weil er meint, dass ein wenig warten gut zum Thema der diesjährigen Adventmails passt?
Aus Ratlosigkeit? Rastlosigkeit? Heiserkeit? Heiterkeit?
Oder nichts von alledem?
Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?

Fragen über Fragen...

Antworten auf
www.antworten.de


13. Dezember

Als Henry Van Cleve 1943 stirbt, begibt er sich in die Hölle, wo er glaubt hinzugehören. Im Vorzimmer trifft er auf Seine Exzellenz, den Satan persönlich, einen eleganten, freundlichen Mann mit Sinn für Humor. Der bezweifelt, dass Van Cleve genug gesündigt hat, um sich für den Verbleib in der Hölle zu qualifizieren. Henry aber besteht darauf, ein sündiges Leben geführt zu haben und beginnt, dem Teufel sein Leben zu erzählen.

Dieses ist geprägt durch die Ereignisse, die jeweils an seinen Geburtstagen stattfanden. So betrinkt er sich an seinem 15. Geburtstag und wird von dem französischen Hausmädchen verführt. Als er 21 wird, brennt er mit Martha Strabel, der hübschen Verlobten seines steifen Cousins Albert, durch und heiratet sie, begleitet von dem stillschweigenden Wohlwollen seines Großvaters, dem die Eskapaden seines Enkels einen Riesenspaß bereiten.

Zehn Jahre später ist Martha Henrys harmloser Flirts überdrüssig und flieht zu ihren Eltern, die sie nach ihrer Liebesheirat von zu H ause verstoßen hatten. Henrys Großvater befiehlt seinem Enkel, Martha zurückzuholen, und leistet tatkräftige Mithilfe bei deren erneuter Entführung.

Wiederum 20 Jahre später, Henry wird jetzt 51 und hat einen erwachsenen Sohn Jack, besucht er eine Revuetänzerin mit eindeutigen Absichten und erfährt, dass sie die Geliebte seines Sohnes ist. Gegen 25.000 Dollar nimmt er ihr, plötzlich sehr moralisch, das Versprechen ab, Jack nicht wieder zu sehen. Martha amüsiert sich über das Verhalten ihres Mannes, weiß sie doch, dass Jack schon aufgegeben hatte, die Tänzerin zu treffen.

Weitere zehn Jahre vergehen und Henry tanzt an seinem Geburtstag einen letzten Walzer mit seiner Frau, die wenig später stirbt.Nun wird Henry selbst zum kauzigen Großvater, der wegen seiner vermeintlichen Eskapaden mit jungen Frauen von seinem konservativen Sohn gerügt wird.

1943 schließlich ist es soweit, Henry haucht als 70-Jähriger sein Leben aus. Er besteht gegenüber Seiner Exzellenz darauf, in die Hölle zu kommen, doch der verwehrt ihm den Zutritt mit dem Hinweis, Henrys einzige Sünde sei gewesen, sein Leben ausgekostet und viel Glück erfahren zu haben. Und solche Leute seien in der Hölle nun mal nicht erwünscht. Dann geleitet er Henry zum Fahrstuhl und schickt ihn "aufwärts".

Das ist der Inhalt des Films "Heaven Can Wait", dessen deutscher Titel "Ein himmlischer Sünder" die Ironie des Originals nicht ganz trifft. Es war der erste Farbfilm von des Berliner Hollywood-Emigranten Ernst Lubitsch (Drehbuch nach dem Theaterstück "Szuletsnap" von Laszlo Bus-Fekete), dessen Karriere 1943 ihrem Ende entgegen ging. Nur noch zwei Filme inszenierte er danach, bevor er am 30. November 1947 an einem Herzinfarkt starb.


14. Dezember

Kate Bush* („Wuthering Heights“, 1978) hat nach zwölf Jahren Pause mit „Aerial“** ein neues Album herausgebracht und erntete dafür fast durchwegs Kritikerlob.

Im Vorjahr schrieb der amerikanische Popkritiker John Mendelssohn einen Roman, der das lange Warten auf ein neues Werk der einflussreichen Popsängerin thematisiert: „Waiting for Kate Bush“ (Omnibus Press 2004) ist seit November auch auf Deutsch („Warten auf Kate“, Rockbuch Verlag Buhmann & Haeseler 2005) erhältlich.

Rezensent fritz-the-lovehound (s. amazon.de) aus Berlin schrieb darüber:

„Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und habe mich köstlich amüsiert. Der Roman ist absolut spannend und überaus geistreich geschrieben. Wenn man einen Schuss schwarzen Humor verträgt, kommt man voll auf seine Kosten.

Der Romanheld Leslie Herskovits steht auf einem Hochhaus und will seinem Leben ein Ende setzen, weil es ihm auf der Erde zu kompliziert geworden ist und er zu oft seelische Verletzungen erlitten hat - und - weil Kate Bush, sein heiß geliebter Stern am Horizont schon seit Jahren kein neues Album herausbringt. Er weiß alles über sie und es liest sich überaus unterhaltsam, welche Details der Autor aus Kates Leben wahrheitsgetreu in die Handlung hineinwebt. Schnell schlägt das eigene Herz für den Romanheld Herskovits, der zielstrebig immer wieder in Situationen hineingerät, die ihm zum Verhängnis werden. Beim Lesen kommt man sich unwillkürlich selbst ein Stück näher, so alltäglich und doch manchmal faszinierend komisch ist unsere moderne und manchmal echt kaputte Welt mit all den Fallen, die sie uns stellt. Ob Herskovits nun tatsächlich in die Tiefe springt wird nicht verraten.

Lest dieses Meisterstück eines modernen, einfühlsamen und faszinierenden Romans selbst - er ist unbedingt empfehlenswert und überaus gewinnbringend für die eigene Befindlichkeit in schlechten Tagen.“

*http://de.wikipedia.org/wiki/Kate_Bush; www.katebush.com/
**www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000BEPLUE/303-6577185-8705804


15. Dezember

Was empfinden junge Leute, die sich für das Lebenskonzept „Kein Sex vor der Ehe“ entschieden haben und heute verheiratet sind?

Ulrike: "Mein Mann und ich sind seit fast 4 Jahren verheiratet. Vor unserer Ehe haben wir nicht miteinander geschlafen. Damals waren wir uns einig, dass wir mit Sex bis zur Ehe warten wollen. Es half uns einmal einen festen Entschluss gefasst zu haben und klar Stellung zu beziehen, um Situationen zu meistern, wo es nicht leicht ist…

Es ist für mich auch wichtig zu wissen, dass mein Mann nicht nur „das Eine“ von mir wollte, sondern mich als Persönlichkeit schätzt und liebt. Ich denke, dass es gerade bei einem Mann von Stärke und Charakter zeugt, wenn er warten kann, aber natürlich auch bei einer Frau.“

Siehe: www.wahreliebewartet.de

1993 haben in Amerika 59 Teenager aus freiem Willen schriftlich versprochen, ihre Reinheit für die Ehe zu bewahren und bis zur Hochzeit sexuell enthaltsam zu leben. Seither sind viele Jugendliche diesem Aufruf gefolgt. 1994 versammelten sich vor dem Weißen Haus in Washington bereits 200.000 Jugendliche zu einem "True Love Waits"-Festival.


16. Dezember

Bumerang

War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum - noch stundenlang -
Wartete auf Bumerang.

Joachim Ringelnatz


17. Dezember

Tom Waits ...

...wurde als Thomas Alan Waits am 7. Dezember 1949 in Pomona, Kalifornien, geboren. Seine Eltern trennten sich, als er noch ein Junge war.

Waits arbeitete als Küchenhilfe, Kneipenpianist und Türsteher und tingelte als Musikerpoet durch die Lande. Er schrieb Songs, die von Unterprivilegierten erzählten und sich in miesen Kneipen und schäbigen Motels abspielten.

Sein Debütalbum "Closing Time" wurde 1973 zum Szene-Geheimtipp und seine Fans verehrten ihn als neuen Jim Morrison. Mit seinen folgenden Alben avancierte er zum Kultidol und erlangte weltweite Berühmtheit als Interpret von schwermütig stimmenden Songs.

Er arbeitete mit Bette Middler und Crystal Gayle, mit der er 1982 einen Song zu Francis Ford Coppolas Musical-Film "One From The Heart" beisteuerte. Der Film floppte zwar, die Musik wurde allerdings für einen "Oscar" nominiert.

Neben seiner Musik zeigte sich Tom Waits auch als Schauspieler und hatte Rollen in "Rumble Fish", "Cotton Club" und "Ironweed". Sein Auftritt als inhaftierter Radio-DJ in "Down By Law" brachte ihm sehr gute Kritiken ein.

Im Jahr 1981 heiratete Waits die Dramaturgin Kathleen Brennan. Diese brachte 1983 Tochter Kellesimone und 1985 Sohn Casey Xavier zu Welt. Sie war außerdem von nun an Waits Partnerin und arbeitete an dessen Projekten mit.

Mitte der 80er Jahre schaffte Waits den internationalen Durchbruch als Musiker und veröffentlichte die Alben "Swordfishtrombones" und "Rain Dogs", auf dem Titel wie "Soldier´s Thing", "Blind Live" und "Downtown Train" veröffentlicht wurden. 1990 schaffte Rod Stewart mit seiner Version von "Downtown Train" Platz drei der US- Charts.

Waits widmete sich mit seiner Frau der Arbeit an einer einem ungewöhnlichen Projekt. Er vertonte mit ihr den Monolog "Frank´s Wild Years" von seinem Album "Swordfishtrombones" zu einem musikalischen Stück, was im gleichen Jahr in Chicago Theaterpremiere feierte.

Mitte der 90er Jahre führte Waits Prozesse gegen seinen Verlag "Third Music Story", die er beide gewann. Es ging um Veräußerungen von Titeln für Werbezwecke ohne die Zustimmung von Waits. "Heart Attack And Wine" war an Levi´s Jeans und "Ruby´s Arms" an eine französische Käsefirma verkauft worden.

In den 90er Jahren war Waits weiterhin zweigleisig unterwegs. Er spielte in Filmen wie "Dead Man Walking", "Night On Earth" und 1999 in "Mystery Men" neben Ben Stiller. Und Waits brachte weitere Alben auf den Markt. Mit seinem 1992 veröffentlichten "Bone Machine" konnte er 1993 seinen ersten "Grammy" in der Kategorie "Best Alternative Music" feiern.

Waits lebte abgeschieden und war nur selten auf der Bühne zu erleben. 1998 verließ er das Major-Label "Island" und unterschrieb für ein Album beim Independent-Label "Epitaph", welches "Bad Religion"-Gitarrist Brett Gurewitz gehörte. Das Werk erschien 1999 als "Mule Variations" und verschaffte Waits erneut weltweiten Erfolg. Chart-Platz vier in Deutschland, Top Ten in anderen europäischen Ländern und in Japan, Platz 30 in den USA. "Mule Variations" wurde in der Sparte Blues mit einen "Grammy" für das "Beste zeitgenössische Folkalbum" ausgezeichnet.

Wiederum mit seiner Frau erarbeitete Tom Waits in der Folge gleich zwei neue Alben auf einmal und brachte diese im Mai 2002 in den Handel - "Alice" und "Blood Money".

Im Oktober 2005 war Waits in dem neuen Film des italienischen Regisseurs Roberto Benigni zu sehen: "La tigre e la neve" behandelt mit der üblichen Kombination von Humor und Tragik das Thema des US-amerikanischen Krieges im Irak.

Biographie siehe auch www.allmusic.com


18. Dezember

Bücher rund ums Warten:

"Warten". Roman. Ha Jin, dtv premium 2000
(National Book Award 1999, PEN/Faulkner Award 2000, nominiert für den Pulitzer 2000)

China, zur Zeit nach der Kulturrevolution. Lin Kong stammt aus der Provinz und lebt als Arzt im Armeekrankenhaus am Rande der Stadt Muji. Das Leben ist geprägt von Regeln, Vorschriften und Rangordnungen, und Lin Kong hat diese Art Leben verinnerlicht. Er ist intelligent, aber unkreativ, er denkt viel nach - sehr viel -, hat aber eigentlich nicht die Kraft, eigene Entscheidungen zu treffen.

Auf dem Land, im heimischen "Gänsedorf", lebt Shuyu, seine ungeliebte Frau, die er auf Drängen seiner Eltern geheiratet hat und nur während seines Jahresurlaubes sieht. Lin Kong lernt die Krankenschwester Manna Wu kennen, die sich langsam in ihn verliebt, während er sich an die freundliche, bestimmte Frau gewöhnt, und mit ihr eine distanzierte Freundschaft aufbaut, die er irgendwann für Liebe hält. Fortan bemüht sich Lin Kong, ganz ein Mann des Prinzips und der Unumstößlichkeit einmal getroffener Entscheidungen, um die Scheidung von seiner Frau - keine leichte Sache im China kurz nach Mao. Achtzehn Jahre dauert das "Warten" auf die Trennung, während sich die Protagonisten ändern - und, natürlich, das ganze China drumherum.

weiters:

"Warten auf Schnee in Havanna" von Carlos Eire, Wolfgang Müller
Heyne (Mai 2005)

"Der Himmel soll warten" von Katja Henkel
Bloomsbury (Oktober 2005)

"Warten auf den Bumerang", 1 Audio-CD von Joachim Ringelnatz, Robert Gernhardt, Universal Music (2005)

"Schule ist wie Robinson - alle warten auf Freitag",
von David Lawrence, Brunnen-Verlag 2005

"Warten auf die Barbaren" Roman von J. M. Coetzee (2001, S. Fischer).

"Warum noch darauf warten? Sextipps für Frauen" von Sylvia de Bejar. dtv 2003

"Wer warten kann, hat mehr vom Leben. Der entspannte Weg zu mehr Gelassenheit" von John Selby. dtv 2004.


Und:

Ohne Autor: "Warten auf Weihnachten"
Igel Records, 2003, 2 CD-Hüllen im Schuber,

Informationen des Verlages: Mit 24 wunderbaren Weihnachtsgeschichten für Kinder zum Hören, Wundern, Lachen und Träumen wird das Warten auf Weihnachten zum wahren Vergnügen. Eine Geschichte für jeden Tag im Advent.
Dieser „erzählende Adventskalender“ öffnet für den begeisterten Zuhörer jeden Tag eine weitere Wundertür. Bekannte Autoren wie Erich Kästner, Paul Maar, Astrid Lindgren, Christine Nöstlinger, Kirsten Boie schreiben heitere oder besinnliche Texte über die schönste Zeit des Jahres. Dazu enthält diese Weihnachtsanthologie viele Originalbeiträge junger deutscher Autoren - und als echtes Weihnachtsgeschenk von Astrid Lindgren die bislang unveröffentlichte und erstmals auf Tonträger erklingende Geschichte „Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten“.
Zwischen den Geschichten gibt es kleine „musikalische Weihnachtsplätzchen“ von Bach über Mozart bis Schumann, engelleicht arrangiert für Konzertharfe oder luftig fliegend für Flöte mit Klavierbegleitung: mal silbrig glitzernder Gitarrenklang, mal biblisch tönendes Gebläse.
Spielzeit 4 Stunden 25 Minuten.


19. Dezember

Warten

Die Nacht ist ein Schnee gefallen
und fällt auch am grauen Morgen noch.
Du hast dich gehüllt so tief
in deinen Mantel aus Schweigen.

Ich hab mein Herz eingezogen
zwischen seine wunden Schultern.
Die Blumen der Sehnsucht,
nun schlafen sie unterm dünnen Eis.

Das klirrt wie Glas mit
zerbrochenen, kleinen Schollen
am windigen Ufer unserer Träume.

Friedrich-Carl Dieskau


20. Dezember

Nach dem Profi gestern darf heute ein Laie seine Poesie entfalten. Es handelt sich um "Brallo", den gelernten Holzmechaniker aus Gesmold, der die Welt auf seiner eigenen Homepage mit Gedichten der klobigen Art beglückt (www.brallo.de).

Warten...

Die rote Rose in der Hand,
wartet er schon Minuten an der Wand.
Wäre sie doch schon hier,
in Gedanken ist er tief bei ihr.

Sein Herz schlägt jetzt mit lautem Ton,
sie kommt, und er freut sich schon.
Worte fallen nun, wie vom Himmel die Sterne,
jeder sieht es, sie haben sich gerne.

(Copyright by Brallo 6/99 - 12/99)


21. Dezember

Indem die Frau den Mann ein paar Augenblicke warten lässt,
protestiert sie vor allem gegen das lange Warten,
das ihr Leben ist.
(Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht)

Ich bin unpünktlich,
weil ich die Schmerzen
des Wartens nicht fühle.
Ich warte wie ein Rind.
(Franz Kafka, Tagebücher)

Warten lernen wir gewöhnlich erst,
wenn wir nichts mehr zu erwarten haben.
(Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen)

Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge
darauf warten, dass Gott sich darum kümmert
(Martin Luther King)


22. Dezember

Wolfgang Krisch, Mandatar der grünen Bezirksvertretung Penzing,
informiert auf seiner Homepage "über Aktuelles, Bemerkenswertes sowie Dauerthemen und Materialien aus Penzing und der Penzinger bzw. der Wiener Kommunalpolitik".

Am 22. Dezember 2004 brandmarkte er einen "Schildbürgerstreich besonderer Güte", betreffend ein 42,5 cm weit in einen Gehsteig hineinragendes Wartehäuschen. Sapperlot! Da sage noch einer, die Grünen kümmerten sich - sogar so knapp vor Weihnachten - nicht um die Nöte der kleinen Leute. Aber lest selbst:

http://www.wolfgangkrisch.at/Penzing/01Aktuelles,Neuigkeiten/Deutschordenstr.-Fahrgastunterstand,24.12.04.htm


23. Dezember

Ich steh' im Regen und warte auf Dich auf Dich
Auf allen Wegen erwart' ich nur Dich, immer nur Dich
Der Zeiger der Kirchturmuhr rückt von Strich zu Strich,
ach, wo bleibst Du denn nur? Denkst nicht mehr an mich?
Und ich steh' im Regen und warte auf Dich, auf Dich
Immer warten nur die Menschen, die wirklich lieben
Kommst Du noch nicht? Wie die fallenden Tropfen am Ärmel zerstieben

Ich steh' im Regen und warte auf Dich, auf Dich
Auf allen Wegen erwart' ich nur Dich, immer nur Dich
Der Zeiger der Kirchturmuhr rückt von Strich zu Strich,
ach, wo bleibst Du denn nur? Denkst nicht mehr an mich?
Und ich steh' im Regen und warte auf Dich, auf Dich...

(Songtext: Zarah Leander - Ich steh' im Regen,
aus dem Film „Zu neuen Ufern“, 1937)


24. Dezember

Über den Messias und sein Friedensreich, auf das die Juden noch warten und das die Christen mit der Menschwerdung Gottes in Jesus bereits angebrochen sehen, schrieb der Prophet Jesaja vor ca. 2700 Jahren:

„…Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.“ (Jes 11, 6-9)


Das war's für heuer mit dem Advent und meinem virtuellen Kalender, liebe Leute. Ich danke euch für die vielen wertschätzenden Rückmeldungen und wünsch euch von ganzem Herzen ein fröhliches Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr mit vielen netten Überraschungen!

Alles Liebe,
Robert