Dienstag, 23. Oktober 2007
"Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner"
"Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner", Albertina, 13.9.07-6.4.08 ***

"Kunst nach 1970. Aus der Albertina", 12.10.07–16.3.2008" **

Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu: Anfang Mai 2007 wurde die 500 Werke umfassende Sammlung von Rita und Herbert Batliner als unbefristete Dauerleihgabe der Albertina übergeben, erstmals gezeigt wird sie ebenda seit 13. September unter dem Titel „Monet bis Picasso. Die Sammlung Batliner": Zu sehen sind Werke von Monet, Renoir, Cézanne, Chagall, Picasso, Modigliani, Matisse, Kandinsky, Sam Francis, Mark Rothko, Roy Lichtenstein oder Francis Bacon. Dass es sich, wie von der Albertina behauptet, dabei um "Hauptwerke" handelt, stimmt zwar nicht, aber die Sammlung gehört wohl dennoch zu den wichtigsten privaten in Europa.

Manches scheint nur angeschafft worden zu sein, um einem großen Namen Genüge zu tun (wie die drittrangigen Werke Cezannes oder sogar Noldes, den ich sonst ja so liebe). Dennoch gibt es etliche Bilder, vor denen ich lange stehenblieb: Picassos "Nackte Frau mit Vogel und Flötenspieler" z.B., Jawlenskys "Mädchen mit Blumenhut" oder - noch älter - eines von Monets Seerosenbildern.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist die Malerei des französischen Impressionismus mit Werken von Monet, Renoir und Degas. Einen Schwerpunkt bildet auch die Kunst des deutschen Expressionismus mit den beiden Künstlergruppen „Die Brücke" und „Der Blaue Reiter". Gezeigt werden aber auch herausragende Beispiele der Kunst des Surrealismus, mit Werken von Joan Miró, Max Ernst und René Magritte.

Es ging mir im Sommer so, als ich vom obersten Stock des Pariser Centre Pompidou in den nächsttieferen wechselte, und es geht mir immer so: Je näher ich von der klassischen Moderne in die Gegenwartskunst rücke, desto ratloser werde ich. Nach der Batliner-Sammlung sah ich mir auch noch "Kunst nach 1970. Aus der Albertina. 12.10.2007–16.3.2008" an, mit 150 Beispielen zeitgenössischer Malerei, Graphik und Holzschnitte. Die schräge, inzwischen greise Kärtnerin Maria Lassnig ist mit vielen Arbeiten vertreten, und ich schätze ihren Witz und ihre Originalität: Aber bei einem Werk, einem Thema wie "Kartoffelpresse" (1989) bleibt halt vor allem die Frage, was das soll. Und ich hab dann halt oft den Eindruck, dass bi moderner Kunst die Interpretation kreativer als das Werk ist...