Mittwoch, 28. März 2007
Tom Wolfe: Ich bin Charlotte Simmons
ikairos, 12:26h
Tom Wolfe: Ich bin Charlotte Simmons (2005) ****
Charlotte Simmons ist blitzgescheit und ehrgeizig. Gleichzeitig ist sie aber arme Stipendiatin und kommt aus der tiefsten amerikanischen Provinz. Auf der fiktiven Eliteuniversität Dupont beginnt sie erst mal hochmotiviert zu studieren - wird aber bald von der Unmoral ihrer Studienkollegen aus der Bahn geworfen. In Kürze hat Charlotte ihre beschauliche Biedermeier-Welt mit einem abgründigem Sodom getauscht und findet sich zwischen Alkohol, Sex, Designerklamotten und Partys wieder. Und gerät zunehmend unter Druck, den "Makel" ihrer Jungfräulichkeit abzulegen...
Der 76-jährige Tom Wolfe stellt in seinem ausgezeichnet recherchierten Roman die amerikanische Jugendkultur - und nicht nur die - bloß: die vulgäre Sprache, den Waschbrettbauch-Kult, die zur Schau getragene Coolness, die schamlose Protektion stumpfsinniger Sportheroen. Charlotte gerät in die Zwickmühle kontrastierender Wertsysteme - denn ihre Familie erwartet (wie bisher) von ihr Fleiß, Leistung, Keuschheit, gutes Benehmen. Ihr Bekenntnis zu ihrer Unverwechselbarkeit ("Ich bin Charlotte Simmons") gerät ins Wanken, sie selbst in einer schwere Krise.
En passant erfährt die Leserin Interessantes über amerikanische Elite-Colleges, über Gehirnforschung, Rassen-Soziotope und Basketball. Die 800 Seiten lesen sich leicht, Wolfe schreibt geistreich und unterhaltsam. Man bekommt richtig Lust, auch seinen viel gelobten Debütroman "Fegefeuer der Eitelkeiten" zu lesen. (gelesen 02/03 2007)
Charlotte Simmons ist blitzgescheit und ehrgeizig. Gleichzeitig ist sie aber arme Stipendiatin und kommt aus der tiefsten amerikanischen Provinz. Auf der fiktiven Eliteuniversität Dupont beginnt sie erst mal hochmotiviert zu studieren - wird aber bald von der Unmoral ihrer Studienkollegen aus der Bahn geworfen. In Kürze hat Charlotte ihre beschauliche Biedermeier-Welt mit einem abgründigem Sodom getauscht und findet sich zwischen Alkohol, Sex, Designerklamotten und Partys wieder. Und gerät zunehmend unter Druck, den "Makel" ihrer Jungfräulichkeit abzulegen...
Der 76-jährige Tom Wolfe stellt in seinem ausgezeichnet recherchierten Roman die amerikanische Jugendkultur - und nicht nur die - bloß: die vulgäre Sprache, den Waschbrettbauch-Kult, die zur Schau getragene Coolness, die schamlose Protektion stumpfsinniger Sportheroen. Charlotte gerät in die Zwickmühle kontrastierender Wertsysteme - denn ihre Familie erwartet (wie bisher) von ihr Fleiß, Leistung, Keuschheit, gutes Benehmen. Ihr Bekenntnis zu ihrer Unverwechselbarkeit ("Ich bin Charlotte Simmons") gerät ins Wanken, sie selbst in einer schwere Krise.
En passant erfährt die Leserin Interessantes über amerikanische Elite-Colleges, über Gehirnforschung, Rassen-Soziotope und Basketball. Die 800 Seiten lesen sich leicht, Wolfe schreibt geistreich und unterhaltsam. Man bekommt richtig Lust, auch seinen viel gelobten Debütroman "Fegefeuer der Eitelkeiten" zu lesen. (gelesen 02/03 2007)