Donnerstag, 18. Dezember 2008
Burn After Reading
Burn After Reading. Joel und Ethan Coen, USA 2008. ***1/2

Die Überraschung des Films heißt Brad Pitt. Der Hollywood-Feschak schreckt nicht davor zurück, in diesem neuen Streifen der Coen-Brüder den geistig minderbegabten Angestellten eines Fitnessstudios zu geben. Und er tut dies überzeugend selbstironisch und mit sichtlichem Spaß an der Freud'. Sein alter Spezi aus "Ocean's Eleven"-Tagen George Clooney spielt einen sexuell umtriebigen Regierungsbeamten - er bumst McDormand und Tilda Swinton, ehe er sich zur Flucht nach Caracas veranlasst sieht.

Aber auch die anderen Darsteller machen den Coen-Film zu einem Vergnügen: Frances McDormand spielt die wegen einer Schönheits-Operation dringend geldbedürftige Kollegin Pitts, die zufällig auf die Memoiren eines wegen Trunksucht suspendierten, cholerischen CIA-Agenten (John Malkovich) stößt. Anstatt die Anweisung "Burn after reading" zu befolgen, denken die beiden an das große Geschäft. Ihre Erpressungsversuche geraten so stupide, dass sie eine Reihe von Missverständnissen auslösen; die beiden mit der Causa betrauten CIA-Agenten z.B. können sich keinen rechten Reim drauf machen, aber agieren halt so agieren, wie sie es als Krisenmanager halt gewohnt sind.