Donnerstag, 18. Dezember 2008
Der Baader Meinhof Komplex
ikairos, 18:33h
Der Baader Meinhof Komplex. Uli Edel, D 2008. **1/2
Eine komplexe Studie über die Entstehung und Entwicklung der Baader-Meinhof-Bande bzw. der Roten Armee Fraktion von den Polizeiübergriffen rund um den Schah-Besuch in den 1960er Jahren bis zur Gewalteskalation im "Deutschen Herbst" 1977, und das alles auf Basis von Stefan Austs langjährigen Recherchen für das Standardwerk "Baader Meinhof Komplex". Das Buch des ehemaligen Mitstreiters von Ulrike Meinhof beim Linksblatt "Konkret" arbeitete Aust selbst zu einer Szenenfolge um, die Drehbuchautor und Produzent Bernd Eichinger als Vorlage für die Verfilmung durch Uli Edel diente.
Heraus kam ein Film, der nicht so recht funktioniert - am ehesten noch als Appetizer für historisch Interessierte. Es wird aber nie wirklich nachvollziehbar, was die RAF-Protagonisten antreibt, warum z.B. die Pastorentochter Gudrun Ensslin gar so böse mit ihren an sich verständnisvollen Eltern umgeht, und warum Andreas Bader so ein Riesenarschloch ist. Somit hantelt sich der Stoff von einer Action-Szene zur nächsten, ohne wirklich zu fesseln.
"Wer die RAF verstehen will, muss 'Moby Dick' lesen", sagte Stefan Aust einmal. Und das wäre wohl auch eine brauchbare Alternative zu diesem an seinen eigenen Ansprüchen scheiternden Film.
Eine komplexe Studie über die Entstehung und Entwicklung der Baader-Meinhof-Bande bzw. der Roten Armee Fraktion von den Polizeiübergriffen rund um den Schah-Besuch in den 1960er Jahren bis zur Gewalteskalation im "Deutschen Herbst" 1977, und das alles auf Basis von Stefan Austs langjährigen Recherchen für das Standardwerk "Baader Meinhof Komplex". Das Buch des ehemaligen Mitstreiters von Ulrike Meinhof beim Linksblatt "Konkret" arbeitete Aust selbst zu einer Szenenfolge um, die Drehbuchautor und Produzent Bernd Eichinger als Vorlage für die Verfilmung durch Uli Edel diente.
Heraus kam ein Film, der nicht so recht funktioniert - am ehesten noch als Appetizer für historisch Interessierte. Es wird aber nie wirklich nachvollziehbar, was die RAF-Protagonisten antreibt, warum z.B. die Pastorentochter Gudrun Ensslin gar so böse mit ihren an sich verständnisvollen Eltern umgeht, und warum Andreas Bader so ein Riesenarschloch ist. Somit hantelt sich der Stoff von einer Action-Szene zur nächsten, ohne wirklich zu fesseln.
"Wer die RAF verstehen will, muss 'Moby Dick' lesen", sagte Stefan Aust einmal. Und das wäre wohl auch eine brauchbare Alternative zu diesem an seinen eigenen Ansprüchen scheiternden Film.