Montag, 25. August 2008
"Elegy oder die Kunst zu lieben"
"Elegy oder die Kunst zu lieben" (Elegy). Isabel Coixet, USA 2007 ****

Die Helden der Philip-Roth-Romane sind ältere, gebildete, zynisch gewordene Männer. Auch der Literaturdozent David Kepesh (Ben Kungsley) in der Verfilmung des Romans "Das sterbende Tier" ist ein solcher. Er wird von seinen Studentinnen umschwärmt, aber auf eine dauerhafte Beziehung will sich der mediengewandte Altsingle nicht einlassen. Da begegnet ihm Consuela Castillo (Penelope Cruz), eine Tochter kubanischer Immigranten, die er anfangs nur ficken will, wie er seinem Freund George (Dennis Hopper!) gesteht. Ungeachtet des Altersunterschiedes von 30 Jahren fordert Consuela jedoch einen Platz in Davids Leben ein, ihre Beziehung wird immer tiefer und inniger - der Skepsis des alternden Mannes und seiner kindischen Eifersucht zum Trotz. Als Consuela David beim Studienabschlussfest endlich ihrer Familie vorstellen will, kneift dieser. Consuela beendet die Beziehung mit der Versicherung am Anrufbeantworter, dass sie ihn wirklich geliebt habe.

David ist am Boden zerstört, erst recht, als sein Freund George stirbt und seine Einsamkeit unübersehbar wird. Zwei Jahre später kehrt Consuela zu ihrem ehemaligen Professor zurück, um sein Leben erneut aus den inzwischen wiedergefundenen Fugen gleiten zu lassen: Sie steht kurz vor einer Brustkrebsoperation und bittet David, der ihren makellosen Körper (der Busen der Cruz - wow!) immer so geliebt hatte, um Fotos, die sie als Schöne in Erinnerung halten sollen.

Als Consuela nach der Operation mit nur mehr einer Brust erwacht, ist David an ihrer Seite. Ob er quasi am Totenbett sitzt oder eine neue, vertrauensvollere Beziehungsphase beginnen kann, bleibt offen.

Isabel Coixet schuf einen berührenden, manchmal vielleicht etwas geschmäcklerischen, mit Kingsley und Cruz bestens besetzten Film, dessen größte Schwäche eine klischeehaft gezeichnete Vater-Sohn-Beziehung darstellt (der längst erwachsene Sohn hat es David auch nach 30 Jahren noch nicht verziehen, dass er ihn und seine Mamsch verließ). Schöne Filmmusik!