Montag, 30. Juni 2008
"Dialog mit meinem Gärtner"
ikairos, 14:42h
"Dialog mit meinem Gärtner" (Dialogue avec mon jardinier). Jean Becker, Fr. 2007 ***
Ein erfolgreicher Maler in seinen Fünfzigern (Daniel Auteuil) verlässt Paris und kehrt in das Haus seiner Kindheit auf dem Lande zurück. Der in Scheidung lebende Künstler sucht per Zeitungsannonce jemanden, der sich um den vernachlässigten großen Garten des Grundstücks kümmert. Gleich mit dem ersten Bewerber begegnet ihm Léo (Jean-Pierre Darroussin) wieder, ein Klassenkamerad aus Schulzeiten und jetzt pensionierter Eisenbahner. Die beiden Männer frischen Erinnerungen auf, allmählich entwickelt sich in langen Gesprächen über Gott und die Welt eine enge Freundschaft zwischen dem Intellektuellen und dem einfachen Arbeiter mit der Leidenschaft fürs Gärtnern. "Jeder lernt vom Anderen eine neue Perspektive auf kleine und große Dinge des Lebens", heißt es in der Film-Info. "Dujardin" und "Dupinceau" (Gartenbauer und Pinselhuber), wie sich die beiden Freunde bald nur noch liebevoll spöttisch nennen, stehen sich schließlich auch in Krise und Krankheit bei.
Jean Beckers "Dialog mit meinem Gärtner" ist mit seinem manchmal etwas plakativ geratenen Loblied auf das einfache, unverfälschte Leben auf dem Lande allzu idyllisch geraten - und dennoch sehenswert. Nicht nur wegen der exzellenten Besetzung (Hat Auteuil schon mal einen wirklich schlechten Film gemacht? Mein Favorit: "Ein Herz im Winter", 1992!), sondern auch, weil er nachdenklich macht: Lohnt sich Milieuüberschreitung nicht immer wieder mal, wenn man sich auf Menschen einlässt? Muss es wirklich unüberbrückbar trennen, wenn der eine hochklassige Malerei und der andere eine Geschmacksverirrung von Pferd an der Wohnzimmerwand hängen hat? Und dabei fällt mir Onkel Peter ein, der "Mundl von Kapfenberg", der mich Jugendlichen manchmal zum Frühschoppen mitnahm und mir das Gefühl gab, wichtig zu sein...
Ein erfolgreicher Maler in seinen Fünfzigern (Daniel Auteuil) verlässt Paris und kehrt in das Haus seiner Kindheit auf dem Lande zurück. Der in Scheidung lebende Künstler sucht per Zeitungsannonce jemanden, der sich um den vernachlässigten großen Garten des Grundstücks kümmert. Gleich mit dem ersten Bewerber begegnet ihm Léo (Jean-Pierre Darroussin) wieder, ein Klassenkamerad aus Schulzeiten und jetzt pensionierter Eisenbahner. Die beiden Männer frischen Erinnerungen auf, allmählich entwickelt sich in langen Gesprächen über Gott und die Welt eine enge Freundschaft zwischen dem Intellektuellen und dem einfachen Arbeiter mit der Leidenschaft fürs Gärtnern. "Jeder lernt vom Anderen eine neue Perspektive auf kleine und große Dinge des Lebens", heißt es in der Film-Info. "Dujardin" und "Dupinceau" (Gartenbauer und Pinselhuber), wie sich die beiden Freunde bald nur noch liebevoll spöttisch nennen, stehen sich schließlich auch in Krise und Krankheit bei.
Jean Beckers "Dialog mit meinem Gärtner" ist mit seinem manchmal etwas plakativ geratenen Loblied auf das einfache, unverfälschte Leben auf dem Lande allzu idyllisch geraten - und dennoch sehenswert. Nicht nur wegen der exzellenten Besetzung (Hat Auteuil schon mal einen wirklich schlechten Film gemacht? Mein Favorit: "Ein Herz im Winter", 1992!), sondern auch, weil er nachdenklich macht: Lohnt sich Milieuüberschreitung nicht immer wieder mal, wenn man sich auf Menschen einlässt? Muss es wirklich unüberbrückbar trennen, wenn der eine hochklassige Malerei und der andere eine Geschmacksverirrung von Pferd an der Wohnzimmerwand hängen hat? Und dabei fällt mir Onkel Peter ein, der "Mundl von Kapfenberg", der mich Jugendlichen manchmal zum Frühschoppen mitnahm und mir das Gefühl gab, wichtig zu sein...