Freitag, 23. Mai 2008
"Iron Man"
"Iron Man". Jon Favreau, USA 2008 ***1/2

Wer (so wie ich) kreative Comics-Verfilmungen mag, mag auch Robert Downey Jr.s actionreiche und vergnügliche Darstellung des Technik-Genies und Waffenkonzern-Chefs Tony Stark, der vom Saulus zum Paulus wird: Tony Damaskuserlebnis ist seine Entführung durch Terroristen in Afghanistan, die ihn aus seinem arroganten Playboyleben reißt und ihm vor Augen hält, was seine Waffen so alles anrichten. Er wird zu Iron Man, einer Art fliegender Superwaffe in Menschengestalt, und bekämpft fortan das, wovon er zuvor gemäß der Logik und dem Zynismus der US-Außenpolitik profitiert hat. Kein Wunder, dass er bald selbst zum Zielobjekt der Airforce-Abfangjäger wird...

Robert Downey Jr. galt - wegen seines Vorlebens als "Tony Stark in Phase 1" - als Risikobesetzung für Marvel-Studios, erwies sich aber als Goldgriff: So ironisch und smart muss man die Superheldenrolle anlegen, denn allzu ernst zu nehmen ist das Genre ja nicht. Und auch Jeff Bridges als Tonys böööser Geschäftspartner Obadiah Stane überzeugt, etwas weniger Gwyneth Paltrow als eine Art Miss Moneypenny.

Fazit: Iron Man kann mit meinen favourites Batman und Spiderman durchaus mithalten. Bestes Action-Kino ohne besonderen Tiefgang (trotz der Seitenhiebe für die Waffenlobby, die eben mit einer noch besseren Waffe bekämpft werden muss), aber mit beträchtlichem Unterhaltungswert.