Dienstag, 13. Mai 2008
"Tödliche Entscheidung" (Before the Devil Knows You’re Dead)
ikairos, 16:38h
"Tödliche Entscheidung" (Before the Devil Knows You’re Dead); Sidney Lumet, USA 2007 ***1/2
Als durwegs gelungene, hochspannende Mixtur aus Krimi, Thriller und Charakterstudie beschrieben Kritiker einhellig euphorisch Sidney Lumets jüngstes Alterswerk "Before the Devil Knows You’re Dead" (der deutscher Verleihtitel "Tödliche Entscheidung" ist in seiner Unoriginalität fast schon eine Zumutung!). Ich ging also mit hohen Erwartungen ins Kino, sah einen durchaus sehenswerten Film - und war dennoch etwas enttäuscht. Denn für einen Krimi bleibt zuwenig zu rätseln und zu klären; für einen Thriller wird die Story zu ruhig, ja fast behäbig erzählt und für eine Charakterstudie ist das konfliktreiche Beziehungsgeflecht zwischen den beiden Brüdern und ihren Eltern zu wenig differenziert gezeichnet.
Der Plot: Andy (großartig: Philip Seymour Hoffman) ist als Chefbuchhalter einer Immobilenfirma zwar vordergründig erfolgreich und mit einer schönen Frau verheiratet, durch seine Drogensucht und daraus resultierenden Unterschlagungen aber ebenso in Geldnot wie sein jüngerer Bruder Hank (Ethan Hawke), geschieden, mit seinen Unterhaltszahlungen für seine Tochter im Verzug, Liebhaber ausgerechnet von Andys frustrierter Frau und ein richtiger Loser. Andy schlägt Hank einen totsicheren Coup vor: das wenig bewachte, jedoch gut versicherte Juwelliergeschäft der Eltern zu überfallen. Hank soll den Überfall durchführen, doch der fühlt sich dem nicht gewachsen und engagiert den Ganoven Bobby als Komplizen. Im Laden trifft der auf Andys und Hanks Mutter und nicht wie erwartet auf eine andere Angestellte. Es kommt zu einem Schusswechsel, bei dem Bobby sofort ums Leben kommt, die Mutter stirbt wenige Tage darauf.
Hank flieht in Panik, wird bald darauf von Bobbys Schwager bedrängt, eine Entschädigung an die Witwe zu zahlen. Auch Andy gerät unter Druck: durch eine Finanzprüfung in seiner Firma und durch Nachforschungen seines Vaters (Albert Finney), dem die Ermittlungen der Polizei zu langsam gehen. In die Enge getrieben und inzwischen von seiner Frau verlassen, sieht Andy sein Leben zerbröseln und läuft Amok. Er erschießt bei einem Raubüberfall seinen Dealer und einen anderen Kunden, dann auch noch Bobbys Schwager und um ein Haar seinen Bruder Hank, der ihm Hörner aufgesetzt hat. Nach dem Prinzip "Aug um Aug, Zahn um Zahn" sorgt jedoch der Vater für Andys Bestrafung. Was aus Hank wird, erfährt das Publikum nicht (warum eigentlich?).
Die Dramaturgie Struktur des Films springt gegen die Chronologie zwischen verschiedenen Zeitpunkten in der Geschichte. Mal wird über ein paar Tage vor dem Überfall erzählt, dann vom Tag des Überfalls, dann wieder der Tag davor, dann kurz danach: Meist weiß man somit bereits, was als nächstes geschehen wird. Nur zum Ende hin gewinnt der Film an Rasanz.
Als durwegs gelungene, hochspannende Mixtur aus Krimi, Thriller und Charakterstudie beschrieben Kritiker einhellig euphorisch Sidney Lumets jüngstes Alterswerk "Before the Devil Knows You’re Dead" (der deutscher Verleihtitel "Tödliche Entscheidung" ist in seiner Unoriginalität fast schon eine Zumutung!). Ich ging also mit hohen Erwartungen ins Kino, sah einen durchaus sehenswerten Film - und war dennoch etwas enttäuscht. Denn für einen Krimi bleibt zuwenig zu rätseln und zu klären; für einen Thriller wird die Story zu ruhig, ja fast behäbig erzählt und für eine Charakterstudie ist das konfliktreiche Beziehungsgeflecht zwischen den beiden Brüdern und ihren Eltern zu wenig differenziert gezeichnet.
Der Plot: Andy (großartig: Philip Seymour Hoffman) ist als Chefbuchhalter einer Immobilenfirma zwar vordergründig erfolgreich und mit einer schönen Frau verheiratet, durch seine Drogensucht und daraus resultierenden Unterschlagungen aber ebenso in Geldnot wie sein jüngerer Bruder Hank (Ethan Hawke), geschieden, mit seinen Unterhaltszahlungen für seine Tochter im Verzug, Liebhaber ausgerechnet von Andys frustrierter Frau und ein richtiger Loser. Andy schlägt Hank einen totsicheren Coup vor: das wenig bewachte, jedoch gut versicherte Juwelliergeschäft der Eltern zu überfallen. Hank soll den Überfall durchführen, doch der fühlt sich dem nicht gewachsen und engagiert den Ganoven Bobby als Komplizen. Im Laden trifft der auf Andys und Hanks Mutter und nicht wie erwartet auf eine andere Angestellte. Es kommt zu einem Schusswechsel, bei dem Bobby sofort ums Leben kommt, die Mutter stirbt wenige Tage darauf.
Hank flieht in Panik, wird bald darauf von Bobbys Schwager bedrängt, eine Entschädigung an die Witwe zu zahlen. Auch Andy gerät unter Druck: durch eine Finanzprüfung in seiner Firma und durch Nachforschungen seines Vaters (Albert Finney), dem die Ermittlungen der Polizei zu langsam gehen. In die Enge getrieben und inzwischen von seiner Frau verlassen, sieht Andy sein Leben zerbröseln und läuft Amok. Er erschießt bei einem Raubüberfall seinen Dealer und einen anderen Kunden, dann auch noch Bobbys Schwager und um ein Haar seinen Bruder Hank, der ihm Hörner aufgesetzt hat. Nach dem Prinzip "Aug um Aug, Zahn um Zahn" sorgt jedoch der Vater für Andys Bestrafung. Was aus Hank wird, erfährt das Publikum nicht (warum eigentlich?).
Die Dramaturgie Struktur des Films springt gegen die Chronologie zwischen verschiedenen Zeitpunkten in der Geschichte. Mal wird über ein paar Tage vor dem Überfall erzählt, dann vom Tag des Überfalls, dann wieder der Tag davor, dann kurz danach: Meist weiß man somit bereits, was als nächstes geschehen wird. Nur zum Ende hin gewinnt der Film an Rasanz.