Freitag, 2. Mai 2008
"Once". John Carney, Irl. 2006.
"Once". John Carney, IRL 2006.****

Der irische Low Budget-Film "Once" schafft etwas Einzigartiges: Die Intensität seelenvollen Songwritings auf die große Leinwand zu übertragen. Zu Recht avancierte das unpretenziöse Indie-Musical deshalb nicht nur in den USA zum echten Hit und sammelte zahlreiche Auszeichnungen (der Song "Falling Slowly" bekam sogar einen Oscar). Selten hat sich ein Musikfilm verletzlicher und nackter gezeigt, und kaum je zuvor wurde die Faszination des Singer/Song-writings in emotional besser verständliche Bilder gepackt.

Erzählt wird die Geschichte eines Dubliner Straßenmusikers (Glen Hansard von der irischen Band "The Frames"), der tagsüber Staubsauger repariert, um abends seine selbst geschriebenen Songs in der Fußgängerzone zu spielen. Er begegnet einer jungen Pianistin aus Tschechien (Markéta Irglová), die sich als Putzfrau und Blumenverkäuferin durchschlägt - und dazu ihre Mutter und kleine Tochter. Das Leben des in sympathischer Melancholie erstarrten Helden nimmt durch die gemeinsame Liebe zweier sehr unterschiedlicher Menschen zur Musik endlich Fahrt auf; er nimmt mit Hilfe seiner tschechischen Freundin, seine Songs in einem Tonstudio auf und wagt den Absprung nach London.

Regisseur John Carney spielte früher selbst in Glen Hansards Band "The Frames". Mit "Once" schuf er einen authentischen und auch ästhetisch mutigen Film, der sich traut, die Songs zum Hauptgegenstand der Handlung zu machen. Statt ein paar kurzer effektheischender Einblendungen werden etwa zehn extra für diesen Film komponierte Lieder des charismatischen Glen Hansard im Film ausgespielt. Und das ist nie langweilig, weil die Kamera den zerbrechlichen Darbietungen der Musiker fast schon liebevoll über die Schulter schaut. Als Zuschauer fühlte ich mich, als wäre ich Teil eines intimen Vorspielens von berührenden Songs, die einem lang nicht aus dem Kopf gehen.