Montag, 7. April 2008
"Kirschblüten - Hanami"
"Kirschblüten - Hanami". Doris Dörrie, D 2008 ***1/2

Trudi (Hannelore Elsner) erfährt, dass ihr Mann Rudi (Elmar Wepper) schwer krank ist. Das behält sie für sich und folgt dem Rat des Arztes, eine letzte gemeinsame Unternehmung anzuzetteln. Trudi überredet Rudi, die Kinder und Enkel in Berlin zu besuchen. Doch dort müssen die beiden feststellen, dass diese mit ihrem eigenen Leben viel zu beschäftigt sind, um sich um die Eltern zu kümmern.

Das alte Paar fährt an die Ostsee. Dort holt sie der Tod ein. Aber nicht Rudi stirbt, sondern seine Frau, urplötzlich, über Nacht. Rudi ist völlig aus der Bahn geworfen, weiß nicht, wie es weitergehen soll. Als er dann auch noch erfährt, dass Trudi das Leben, das sie leben wollte, offenbar aus Liebe zu ihm geopfert hat, sieht er seine verstorbene Frau mit neuen Augen. Er begibt sich auf die Spuren ihres verpassten Lebens und reist nach Japan, in das Land des Butoh-Tanzes, für den Trudi immer so geschwärmt hat. Ob es wirklich so glaubwürdig ist, dass aus dem pedantischen Weißwurschtesser Rudi plötzlich ein geschminkt tanzender und schließlich erfüllt vor dem Fuji sterbender Stäbchenesser wird, sei dahingestellt. Berührend ist es jedenfalls.

Regisseurin und Drehbuchautorin Doris Dörrie - ein ausgewiesener Japanfan - überrascht nach erfolgreichen Komödien mit einem sehr intimen und persönlichen Werk. "Kirschblüten - Hanami" ist ein ergreifender Liebesfilm über zwei Mittsechziger, die durch den Tod getrennt werden und erst dadurch wirklich zueinander finden. Und ein Film über das Unverständnis zwischen den Generationen, die Achtlosigkeit, die wirkliche Nähe zwischen Eltern und Kindern verhindert.