Donnerstag, 27. März 2008
"I'm Not There"
"I'm Not There". Todd Haynes, USA 2007 **

Bob Dylan ist alse vielschichtige Persönlichkeit nicht greifbar, und so soll auch eine Filmbiographie über ihn beschaffen sein. Nach diesem Motto ging Todd Haynes vor, als er die Musiklegende mit nicht weniger als 7 verschiedenen Schauspielern besetzte. Da ist ein 11-jähriger Singer-Songwriter, der durchs Land reist wie einst die schwarzen Blues-Legenden; ein scharfzüngiger Poet; ein erfolgreicher Folk-Sänger, der sich am Höhepunkt seiner Karriere neu erfindet und seine Fans mit elektrifiziertem Rock vor den Kopf stößt; ein Schauspieler, der als Familienvater scheitert und als christlicher Prediger in Vergessenheit gerät; ein in die Jahre gekommener Outlaw, der sich noch einmal auf Reisen begibt. Facetten einer Pop-Ikone, von Haynes zu einer verschachtelten, unkonventionellen Montage verknüpft.

"Und über allem schwebt Cate Blanchett als Jude Quinn, 'die ihre Interpretation des einsamen Superstars der späten 60-er Jahre ins fast postgeschlechtlich Androgyne treibt'", zitiert das "Votivkino" den "Tagesspiegel". Freund Norbert meinte danach, ihre Darstellung von Dylans Besuch im beatlesverrückten England, seine Rotzigkeit bei Interviews, seine störrische Weigerung, ein "Messias" mit einer "Botschaft" zu sein, sei bis in die Gesten original Dylan. Mag sein. Ich hab es lieber, wenn im Kino Geschichten erzählt werden und nicht bloß Lebensphasen-Kaleidoskope geboten werden, in denen "gestern, heute und morgen in einem Raum" zusammenfallen und man vor lauter Anspielungen in Stress kommt. Die Kritik ließ zum Film Jubelchöre erschallen, ich aber sage euch: Wer (Dylan) hören will, der höre (eine Platte von ihm).