Dienstag, 25. März 2008
"Saint Jacques ... Pilgern auf französisch"
"Saint Jacques ... Pilgern auf französisch". Coline Serreau, Fr. 2005. **1/2

Eine Fußwallfahrt nach Santiago de Compostela steht im Mittelpunkt dieser Filmkomödie der französischen Regie-Veteranin von Coline Serreau, deren größter Erfolg "Drei Männer und ein Baby" allerdings schon 20 Jahre zurück liegt. Diesmal greift sie thematisch den derzeitigen "Pilger-Boom" zu den traditionellen europäischen Wallfahrtszielen auf und beschreibt das Wandern als Weg zu sich selbst.

Der Inhalt: Die verfeindeten Geschwister Clara, Claude und Pierre sind entsetzt: Das Erbe ihrer Mutter wird erst ausbezahlt, wenn sich alle drei gemeinsam als Pilger auf den Weg nach Santiagomachen. Ohne jegliche Begeisterung werden die überbeanspruchte Lehrerin, der gestresste Manager und der in den Tag hinein lebende Säufer Teil einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von Fußwallfahrern - allesamt höchst unterschiedlich motiviert. Ein Reiseleiter mit Beziehungsproblemen ist dabei, eine Krebskranke, ein nur aus Liebe zu einer jungen Pilgerin Mitgekommener und sogar ein unbedarfter junger Muslim, der sich auf dem Weg nach Mekka wähnt. Karge Quartiere, kalte Duschen und Blasen an den Füßen sorgen dafür, dass sich die Gruppe näher kommt. Der Weg nach Santiago de Compostela ist lang und die Reise dahin voller Überraschungen, Einsichten und - körperlicher wie auch seelischer - Ballastabwürfe.

Serreau fing den landschaftlichen Reiz des durch Südfrankreich und Nordspanien führenden Jakobsweges in beeindruckenden Bildern ein. Das macht Lust auf eigene Wandererfahrungen, die nicht nur manchmal das Zwerchfell in Bewegung bringt, sondern - anders als Serreaus Film - auch die Seele berührt.