Freitag, 14. März 2008
"Into the Wild"
"Into the Wild". Sean Penn, USA 2007 ***

In seinem Buch "Into the Wild" (1996) erzählt der Bergsteiger Jon Krakauer die wahre Lebensgeschichte von Christopher McCandless, der nach seinem College-Abschluss seine Ersparnisse für wohltätige Zwecke spendete, sich nach dem Titelhelden der "Autobiographie eines Vagabunden" von W. H. Davies Alexander Supertramp nannte, seinen Pass und seine Kreditkarten verbrannte und zu einer zwei Jahre dauernden Wanderung durch die USA aufbrach, die in Alaska mit seinem Tod endete.

Was den aus einer gestörten Familie mit heuchlerischen Beziehungen stammenden Chris trieb, war weniger Freiheitsdrang als vielmehr Sehnsucht nach Wahrheit und Authentizität. Und die fand er als Tagelöhner auf riesigen Maisfeldern, als wagemutiger Kajakfahrer im reißenden Colorado, als Kurzzeitsohn von Langzeithippies und sogar als einsam Hungernder in der Wildnis von Alaska.

Kompromissloser Idealismus und die Verbündung mit der unverfälschten, aber ungemein beschwerlichen Natur sind die Eckpfeiler, auf die Sean Penn seine gelungene Biographie aufbaut. Ob die Kompromisslosigkeit des jungen Helden in die Sackgasse ("Happiness is only real when shared", schreibt er einmal in sein Tagebuch) führt oder in das Glück eines weiten Horizont, bleibt offen. Eher aber letzteres, wenn man das mit Selbstauslöser geknipste Foto ansieht, das der radikale Abenteurer der Nachwelt hinterließ.