Freitag, 14. März 2008
"Die Fälscher"
"Die Fälscher"; Stefan Ruzowitzky, Österreich/Deutschland 2007. ***

Amerikaner mögen es offenbar, wenn sich die Europäer und vor allem die deutschsprachigen kritisch mit den dunklen Kapiteln ihrer Zeitgeschichte auseinandersetzen. Wie im Vorjahr "Das Leben der anderen" bekam auch heuer wieder ein deutschsprachiger Film den begehrten Auslands-Oscar. Und die deutsch-österreichische Koproduktion von Stefan Ruzowitzky beeindruckt mit großartigen Darstellern (allen voran Karl Markovics!), einem gut aufgebauten und recherchierten Drehbuch und vielen eindrücklichen Bildern. Geweint vor Fassungslosigkeit wie bei "Schindlers Liste" und bei anderen NS-Filmen hab ich allerdings nicht. Vielleicht weil eine "privilegierte" Gruppe von KZ-Insassen im Mittelpunkt steht, die es sich durch Kollaboration "richtet"?

Die auf den Erinnerungen eines der letzten lebenden Zeitzeugen des "Unternehmens Bernhard" beruhende,
Geschichte rankt sich um den russischen Juden und Geldfälscher Salomon Sorowitsch, der von 1944 an im KZ Sachsenhausen ausländische Devisen in großem Stil drucken soll, um die Volkswirtschaft der alliierten Kriegsgegner zu treffen. Sorowitsch und seine Mit-Fälscher müssen sich die Frage stellen, ob sie mit ihren Henkern kooperieren und dadurch eine Verlängerung des Krieges oder gar einen Sieg der Deutschen unterstützen wollen. Und die Inhaftierten beantworten die Frage, ob ihr eigenes Überleben das höchste Gut ist, unterschiedlich...