Donnerstag, 28. Februar 2008
Eröffnungsgala Akkordeon Festival
Eröffnungsgala 9. Internationales Akkordeon Festival; 23.2.2008, Jugendstiltheater Wien ***

"Eine Nacht ohne Trommeln": Unter diesem Titel fand heuer die Eröffnungsgala zum bereits 9. Internationalen Akkordeon Festival in Wien statt. Und ehrlich: Ein paar Trommeln hätten dem Abend nicht schlecht getan. Und Rhythmus! Groove!! Dass Otto Lechner, der "Hausherr" des Festivals, das draufhat, weiß ich von vielen anderen Gelegenheiten. Diesmal jedoch bewies er - im ersten Teil des Konzertes - sein enormes musikalisches Spektrum mit einem Ausflug in die kammermusikalische Avantgarde. Gemeinsam mit dem Ensemble XX. Jahrhundert und special guest Pamelia Kurstin spielte er Miniaturen, die besser in einen K(ult)ursalon als in den großen Saal des Jugendstiltheaters gepasst hätten, aus dessen Kantine sich riech- und hörbar Krautsuppen-Duft und Biertrinkergetrappel in die Streicher-, Bläser- und Theremin*) mischten.

Im zweiten Teil immerhin kam zur Schöngeistigkeit ein guter Schuss Herz und Unterleib dazu: Da musizierte Otto Maximale mit der Berlinerin Annika Krump, und beide setzten zum Akkordeon auch ihre Stimme ein. Die beiden interpretierten Liebeslieder aus aller Herren Länder: vom Xhosa-Hochzeitslied zum finnischen Tango, vom französischen Renaissance-Chanson zu einer madagassischen Weise, vom montenegrinischen Herz-Rhythmus bis zum schrägen Wiener Lied. Und ja - diesmal passte (auch angesichts meiner Begleiterin) das Programm genau zum angebrochenen Frühling...

*) Ein Theramin (auch Ätherophon genannt) ist eines der wenigen Musikinstrumenten, die ohne körperliche Berührung gespielt werden. Und es klingt wie eine singende Säge.