Donnerstag, 17. Januar 2008
Cormac McCarthy: Die Straße
ikairos, 17:14h
Cormac McCarthy: Die Straße (2007) ****1/2
Es kommt selten vor, dass mir am Ende eines Buches die Tränen in die Augen schießen. Auf den letzten Seiten von Cormac McCarthys trostloser Erzählung war ich aber tief berührt. Und wieder einmal (wie bei Franzens "Korrekturen", Roths "Der menschliche Makel" oder Eugenides' "Middlesex") fühlte ich mit einem mit einem Literaturreis bedachten Buch bestens bedient, ja beglückt trotz der Tragik der geschilderten Ereignisse.
"Die Straße" handelt von einem Vater und seinem Sohn, die ein postapokalyptisches Amerika durchwandern. Wir erfahren nicht, welche Katastrophe genau geschehen ist. Der Himmel ist verdunkelt, und es ist bitterkalt. Die meisten Tiere und Pflanzen sind ausgestorben. Wenige Überlebende durchstreifen das Land, ständig vom Hungertod bedroht. Manche, "die Bösen", wie die beiden namenlosen Helden sagen, schrecken auch vor Kannibalismus nicht zurück.
Der Vater erinnert sich immer wieder an die Zeit vor der Katastrophe, an die Mutter des Jungen, die einige Jahre nach dessen Geburt den Freitod dem ständigen Überlebenskampf vorzog. Auf der Flucht vor der Kälte machen sich Vater und Sohn auf den Weg nach Süden Richtung Meer. Der Mann besitzt einen Revolver mit zwei Kugeln, ihr einziges Mittel, um sich zu schützen oder eventuell das Leben zu nehmen. Auf ihrer Reise werden sie Zeugen vieler Gräueltaten: So finden sie zum Beispiel einen Keller, in dem Menschen als "Nahrungsmittelvorrat" eingesperrt sind, und überraschen einige Männer beim Verzehr eines Kleinkindes.
Als sie endlich ihr Ziel erreichen, finden jedoch nicht, was sie sich erhofft hatten. Der Vater stirbt und lässt seinen Sohn zurück. In dieser aussichtslosen Lage erscheint ein Mann, einer der "Guten", der den Jungen adoptiert. Ob sie überleben, bleibt offen.
Vor kurzem las ich Thomas Glavinics "Die Arbeit der Nacht" über das Thema letzter Überlebender in einer menschenleeren Welt. Er kann McCarthy nicht annähernd das Wasser reichen. Da schon eher "Die Wand" von Marlen Haushofer.
"Publishers Weekly" sprach von dem "dem Alten Testament am nächsten kommende Buch der Literaturgeschichte". Wenn damit die Wucht und Klarheit der Sprache gemeint ist, kann ich dem folgen. Lesenswert ist das Werk allemal.
Es kommt selten vor, dass mir am Ende eines Buches die Tränen in die Augen schießen. Auf den letzten Seiten von Cormac McCarthys trostloser Erzählung war ich aber tief berührt. Und wieder einmal (wie bei Franzens "Korrekturen", Roths "Der menschliche Makel" oder Eugenides' "Middlesex") fühlte ich mit einem mit einem Literaturreis bedachten Buch bestens bedient, ja beglückt trotz der Tragik der geschilderten Ereignisse.
"Die Straße" handelt von einem Vater und seinem Sohn, die ein postapokalyptisches Amerika durchwandern. Wir erfahren nicht, welche Katastrophe genau geschehen ist. Der Himmel ist verdunkelt, und es ist bitterkalt. Die meisten Tiere und Pflanzen sind ausgestorben. Wenige Überlebende durchstreifen das Land, ständig vom Hungertod bedroht. Manche, "die Bösen", wie die beiden namenlosen Helden sagen, schrecken auch vor Kannibalismus nicht zurück.
Der Vater erinnert sich immer wieder an die Zeit vor der Katastrophe, an die Mutter des Jungen, die einige Jahre nach dessen Geburt den Freitod dem ständigen Überlebenskampf vorzog. Auf der Flucht vor der Kälte machen sich Vater und Sohn auf den Weg nach Süden Richtung Meer. Der Mann besitzt einen Revolver mit zwei Kugeln, ihr einziges Mittel, um sich zu schützen oder eventuell das Leben zu nehmen. Auf ihrer Reise werden sie Zeugen vieler Gräueltaten: So finden sie zum Beispiel einen Keller, in dem Menschen als "Nahrungsmittelvorrat" eingesperrt sind, und überraschen einige Männer beim Verzehr eines Kleinkindes.
Als sie endlich ihr Ziel erreichen, finden jedoch nicht, was sie sich erhofft hatten. Der Vater stirbt und lässt seinen Sohn zurück. In dieser aussichtslosen Lage erscheint ein Mann, einer der "Guten", der den Jungen adoptiert. Ob sie überleben, bleibt offen.
Vor kurzem las ich Thomas Glavinics "Die Arbeit der Nacht" über das Thema letzter Überlebender in einer menschenleeren Welt. Er kann McCarthy nicht annähernd das Wasser reichen. Da schon eher "Die Wand" von Marlen Haushofer.
"Publishers Weekly" sprach von dem "dem Alten Testament am nächsten kommende Buch der Literaturgeschichte". Wenn damit die Wucht und Klarheit der Sprache gemeint ist, kann ich dem folgen. Lesenswert ist das Werk allemal.