Donnerstag, 17. Januar 2008
Daniel Gilbert: Ins Glück stolpern
Daniel Gilbert: Ins Glück stolpern. 2007 **

Das Sachbuch des Harvard-Psychologen und Glücksforschers Daniel Gilbert war eines jener Werke, bei denen ich nicht vom Fleck kam. Vorm Einschlafen noch ein paar Seiten (was sich bei rund 480 davon hinzieht), nie wirklich Lust, auf einen Schlag 50 oder zumindest 30 davon zu lesen. Dabei ist Gilberts Abhandlung, auf die ich durch einen interessanten Artikel in der "Zeit" aufmerksam wurde, grad das Gegenteil eines langweiligen Forschungsberichtes. Nein, Gilbert formuliert flott und oft witzig, anschaulich in Beispielen, bei denen man sich wiedererkennt und tlw. ertappt fühlt durch das aufgezeigte "psychologische Immunsystem", das jeder gesunde Mensch hat.

Es geht im Grunde darum, dass wir unfähig sind, unser Glück oder Unglück richtig einzuschätzen, wenn es uns nicht gerade hier und jetzt passiert. Die Vergangenheit und noch mehr die Zukunft sind durch unseren Blick fast immer verfälscht, wie der Autor anhand von (allzu) vielen psychologischen Experimenten nachweist. Gilberts Beispiel: "Ihr Verlobter brennt mit einer Folksängerin nach Marokko durch... Wenn das passiert, denken Sie bald: Ach, er passte eigentlich sowieso nicht richtig zu mir! Ihr Gehirn fängt also an, sich die Welt so zurechtzulegen, dass Sie sich besser fühlen."

Was fehlte mir also bei diesem Buch? Hm, vielleicht Philosophie, die die Unzahl an detaillierten Psychotests (Wie werde ich mich fühlen, wenn..? Wie habe ich mich gefühlt, als...? Inwieweit hat mich dabei beeinflusst, dass...?) mit SINN ergänzt hätte. Denn darum geht es doch auch, wenn von Glück die Rede ist, oder?