Donnerstag, 27. Dezember 2007
Ladysmith Black Mambazo
ikairos, 15:01h
Ladysmith Black Mambazo, 5.12.2007, Wiener Konzerthaus ****
Ladysmith Black Mambazo - der Name dieses Vokalensembles steht nicht nur für Musik, sondern für die Zeitgeschichte Südafrikas vor und nach dem Ende der Apartheid. Dementsprechend bat eine andere südafrikanische Ikone, Nelson Mandela, die Gruppe, ihn bei der Zeremonie zur Verleihung des Friedensnobelpreises 1993 in Oslo zu begleiten. Auch bei der Vereidigung Mandelas als ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas 1994 sang die a-capella-Band.
Joseph Shabalala formierte Ladysmith Black Mambazo 1964, um seine Träume von „perfekten“ Isicathamiya-Harmonien, den Gesängen der Zulu-Minenarbeiter, umzusetzen. Der mittlerweile 66-jährige leitet die Band noch immer, und dass er das mit umgebrochener Energie und Höchsten Ansprüchen tut, davon konnten sich die Besucher seines Auftritts am 5. Dezember im Wiener Konzerthaus überzeugen: Wirklich nahezu perfekter Chorgesang wurde da geboten, die acht Sänger erzeugten einen volltönenden, nuancenreichen, warmen Sound, der einem Schauer des Hörglücks über den Rücken laufen ließ. Und dazwischen das typische Glucksen und Zungenschnalzen, die rollenden Rs und Kehllaute des Zulugesangs, kombiniert mit Gymnastik (die Füße werden abwechselnd auf Kopfhöhe geschleudert - auch vom alten Herrn Shabalala!), all das übertrug die gute Laune auf der Bühne in den Großen Saal des Konzerthauses. Angesichts der Bestuhlung konnte das Publikum den Ball der Bewegungsfreude leider nicht im angemessenen Ausmaß aufgreifen.
Dass manche Songs etwas lang wurden, liegt wohl mehr an den Pophit-verdorbenen Hörgewohnheiten als an mangelnder Songqualität des Ensembles. Aber auch hier gibt es Kompatibilitäten: Als "Homeless", Joseph Shabalalas gemeinsame Komposition mit Paul Simon für dessen grandioses Crossover-Album "Graceland" aus dem Jahr 1986, angestimmt wurde, war der Applaus besonders frenetisch. Simon setzte sich damals bewusst über den Kulturboykott gegen Südafrika hinweg, er war der erste, der Ladysmith Black Mambazo einem internationalen Publikum bekannt machte.
Mittlerweile hat die Gruppe vierzig Alben vorgelegt und macht ihrem Namen alle Ehre: Ladysmith heißt das Township, aus dem die Gruppe stammt, "Black" steht für "schwarzer Ochse", der als stärkstes Tier auf einer afrikanischen Farm gilt; und "Mambazo" bedeutet "Axt" bzw. vokale Durchschlagskraft. Shabalala und seine Mannen fügten den erfolgreichen Wiener Gastspielen von 2001 und 2004 nun ein weiteres hinzu.
Ladysmith Black Mambazo - der Name dieses Vokalensembles steht nicht nur für Musik, sondern für die Zeitgeschichte Südafrikas vor und nach dem Ende der Apartheid. Dementsprechend bat eine andere südafrikanische Ikone, Nelson Mandela, die Gruppe, ihn bei der Zeremonie zur Verleihung des Friedensnobelpreises 1993 in Oslo zu begleiten. Auch bei der Vereidigung Mandelas als ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas 1994 sang die a-capella-Band.
Joseph Shabalala formierte Ladysmith Black Mambazo 1964, um seine Träume von „perfekten“ Isicathamiya-Harmonien, den Gesängen der Zulu-Minenarbeiter, umzusetzen. Der mittlerweile 66-jährige leitet die Band noch immer, und dass er das mit umgebrochener Energie und Höchsten Ansprüchen tut, davon konnten sich die Besucher seines Auftritts am 5. Dezember im Wiener Konzerthaus überzeugen: Wirklich nahezu perfekter Chorgesang wurde da geboten, die acht Sänger erzeugten einen volltönenden, nuancenreichen, warmen Sound, der einem Schauer des Hörglücks über den Rücken laufen ließ. Und dazwischen das typische Glucksen und Zungenschnalzen, die rollenden Rs und Kehllaute des Zulugesangs, kombiniert mit Gymnastik (die Füße werden abwechselnd auf Kopfhöhe geschleudert - auch vom alten Herrn Shabalala!), all das übertrug die gute Laune auf der Bühne in den Großen Saal des Konzerthauses. Angesichts der Bestuhlung konnte das Publikum den Ball der Bewegungsfreude leider nicht im angemessenen Ausmaß aufgreifen.
Dass manche Songs etwas lang wurden, liegt wohl mehr an den Pophit-verdorbenen Hörgewohnheiten als an mangelnder Songqualität des Ensembles. Aber auch hier gibt es Kompatibilitäten: Als "Homeless", Joseph Shabalalas gemeinsame Komposition mit Paul Simon für dessen grandioses Crossover-Album "Graceland" aus dem Jahr 1986, angestimmt wurde, war der Applaus besonders frenetisch. Simon setzte sich damals bewusst über den Kulturboykott gegen Südafrika hinweg, er war der erste, der Ladysmith Black Mambazo einem internationalen Publikum bekannt machte.
Mittlerweile hat die Gruppe vierzig Alben vorgelegt und macht ihrem Namen alle Ehre: Ladysmith heißt das Township, aus dem die Gruppe stammt, "Black" steht für "schwarzer Ochse", der als stärkstes Tier auf einer afrikanischen Farm gilt; und "Mambazo" bedeutet "Axt" bzw. vokale Durchschlagskraft. Shabalala und seine Mannen fügten den erfolgreichen Wiener Gastspielen von 2001 und 2004 nun ein weiteres hinzu.